Freitag, 28. September 2007

Japanische Eigenarten (1)

Die Begrüssung

Vor einer Reise in asiatische Länder informiert man sich über die dortigen Eigenarten, insbesondere ist es Interessant, wie man sich begrüßt, da man dies relativ oft macht.

Körperkontakt bei der Berüssung ist unhöflich und wird deshalb vermieden, stattdessen verlangt die Etikette, dass man sich mit waagerechtem Rücken verbeugt. Eine 5°-Verbeugung ist für neutrale Handlungen; eine 15°-Verbeugung ist für die höflichere Handlung; eine 30°-Verbeugung ist für eine Bitte oder tiefste Entschuldigung. Der Rangniedriegere muss sich immer tiefer verbeugen als der Ranghöhere.
Außerdem ist ein direkter Blickkontakt zu vermeiden, da dieser von Japanern als unhöfliches Starren empfunden wird.

Ausländern wird empfohlen zurückhaltend zu sein und die Verbeugung mit einem Lächeln und mit einer leichten Verbeugung zu erwiedern.

Soweit zur Theorie. Als ich am Bahnhof von Kyoto ankam wurde ich dort von Prof. Kimoto und einem seiner Doktoranden, Masato, in Empfang genommen. Ich, komplett darauf vorbereitet mich zu verbeugen, war etwas verstutzt als mir sofort eine Hand von Prof. Kimoto. zum europäischen Händeschütteln entgegen gestreckt wurde, auch Masato begrüßte mich auf diese Weise. Das gleiche Bild am kommenden Tag an der Uni. Jeder Mitarbeiter des Lehrstuhls begrüßte mich mit einem Handschlag und einem Lächeln. Die jüngeren Studenten (Bachelorarbeit) etwas unsicher, die Doktoranden und Post-Docs jedoch so, als würden sie es immer so machen.

In Geschäften gehört die Verbeugung zur Höflichkeit gegenüber dem Kunden, aber es wird keine Erwiederung erwartet. Es ist ein komisches Gefühl wenn man kurz nach Ladenöffnung eintritt uns sich 10 Mitarbeiter und mehr vor einem Verbeugen, beim Schlendern durch das Kaufhaus passiert das immer wieder. Irgendwie will man sich instinktiv gleich mitverbeugen ... :)

Keine Kommentare: